Zweck und Messumfang
Messziele vorab festlegen und nur Daten erfassen, die für definierte Auswertungen erforderlich sind.
Welche Entscheidung wird mit diesen Daten getroffen?
MATOMO & DATENSCHUTZ
Datenhoheit schafft Möglichkeiten. Die konkrete Konfiguration entscheidet.
Matomo bietet viele Stellschrauben für eine datensparsame Webanalyse. Rechtskonform wird ein Setup jedoch nicht allein durch die Wahl des Werkzeugs, sondern durch das Zusammenspiel aus Zweck, Rechtsgrundlage, Datenumfang, Hosting, Einwilligung, Dokumentation und laufender Kontrolle.
GRUNDPRINZIP
Für die Datenschutzprüfung muss nachvollziehbar sein, welche Daten aus welchem Grund entstehen, wohin sie gelangen und wie lange sie verfügbar bleiben.
Welche konkrete geschäftliche Frage soll die Messung beantworten?
Welche Informationen werden dafür tatsächlich benötigt und welche können entfallen?
Welche Browser, Server, Dienstleister und Schnittstellen sind am Datenfluss beteiligt?
Wer darf Rohdaten, Reports und administrative Einstellungen verwenden?
Wie werden Daten informiert erhoben, geschützt, berichtigt, exportiert und gelöscht?
GESTALTUNGSBEREICHE
Jede Entscheidung beeinflusst sowohl die Aussagekraft der Webanalyse als auch den Schutz der betroffenen Personen.
Messziele vorab festlegen und nur Daten erfassen, die für definierte Auswertungen erforderlich sind.
Welche Entscheidung wird mit diesen Daten getroffen?
Betriebsort, Verträge, Unterauftragnehmer, Supportzugriffe und mögliche Übermittlungen vollständig betrachten.
Wer kann technisch oder vertraglich auf die Daten zugreifen?
IP-Verarbeitung, URLs, Suchbegriffe, Benutzerkennungen und zusätzliche Dimensionen gezielt begrenzen.
Welche Detailtiefe ist wirklich notwendig?
Einwilligung, Widerruf und erlaubte Messung technisch eindeutig an Matomo und den Tag Manager übergeben.
Was geschieht vor, nach und ohne Zustimmung?
Fristen für Rohdaten, aggregierte Berichte, Protokolle und Sicherungen begründen und technisch umsetzen.
Wann endet der benötigte Verarbeitungszweck?
Rollen, Auskunfts- und Löschprozesse, Änderungen sowie regelmäßige technische Tests dokumentieren.
Bleibt die beschlossene Konfiguration im Betrieb wirksam?
ZWEI PRÜFUNGEN
Ob ein Cookie gesetzt wird, ist nicht die einzige relevante Frage. Ebenso wichtig ist, ob personenbezogene Daten verarbeitet werden und worauf diese Verarbeitung gestützt wird.
Zweck, Rechtsgrundlage, Datenminimierung, Transparenz, Speicherdauer, Betroffenenrechte, Auftragsverarbeitung und Sicherheit müssen für den konkreten Datenfluss geprüft werden.
§ 25 TDDDG betrifft das Speichern von Informationen auf einem Endgerät und den Zugriff auf bereits gespeicherte Informationen. Ausnahmen sind eng gefasst und müssen zum tatsächlichen Verfahren passen.
Cookielos bedeutet deshalb nicht automatisch einwilligungsfrei. Auch Local Storage, Fingerprinting, Tag-Manager-Skripte oder weitere Zugriffe können relevant sein; daneben bleibt die datenschutzrechtliche Prüfung der Verarbeitung bestehen.
DATENMINIMIERUNG
Nicht nur die IP-Adresse verdient Aufmerksamkeit. Auch fachlich nützliche Felder können personenbezogene oder vertrauliche Inhalte enthalten.
| Datenbereich | Mögliches Risiko | Technische Aufgabe |
|---|---|---|
| IP-Adresse und Geolokalisierung | Identifizierbarkeit und unnötig genaue Ortsdaten | Maskierung, Verarbeitungsreihenfolge und benötigte Genauigkeit prüfen |
| Seiten- und Referrer-URLs | Personenbezogene Werte in Pfaden oder Parametern | Parameter ausschließen, URLs bereinigen und Anwendungen testen |
| Interne Suche | Namen, Kundennummern oder sensible Suchbegriffe | Erfassung begrenzen, Inhalte filtern oder Suchtracking deaktivieren |
| User ID und Custom Dimensions | Direkte oder indirekte Wiedererkennung einzelner Personen | Notwendigkeit, Pseudonymisierung, Zugriff und Löschbarkeit klären |
| Formulare und E-Commerce | Übertragung von Kontakt-, Bestell- oder Kontodaten | Tracking-Payloads und Data-Layer auf unerwünschte Felder prüfen |
| Heatmaps und Session Recordings | Sichtbare Eingaben, Kontoinhalte oder individuelle Nutzungspfade | Maskierung, Seitenauswahl, Einwilligung und Zugriffsrechte gesondert prüfen |
Welche Maßnahme angemessen ist, hängt von Zweck, Risiko und Systemlandschaft ab. Diese Tabelle ist eine Prüfhilfe und keine allgemeingültige Konfigurationsanweisung.
BETRIEBSMODELL
Self-Hosting bietet weitreichende Kontrolle, verlagert aber Betrieb und Sicherheit in die eigene Verantwortung. Auch bei Cloud- oder Agenturbetrieb müssen Datenflüsse und Zuständigkeiten transparent sein.
| Frage | On-Premise im eigenen Betrieb | Betreutes Hosting oder Cloud |
|---|---|---|
| Technische Kontrolle | Infrastruktur und Konfiguration weitgehend selbst steuerbar | Zwischen Betreiber und Dienstleister vertraglich und technisch verteilt |
| Verantwortung | Updates, Sicherheit, Backups, Monitoring und Löschung selbst organisieren | Leistungsumfang, Weisungen, Supportzugriffe und Nachweise vertraglich klären |
| Datenstandort | Vom gewählten Rechenzentrum und den eigenen Sicherungen abhängig | Primärstandort, Backups, Unterauftragnehmer und mögliche Transfers prüfen |
| Zugriffe | Eigene Rollen und administrative Konten kontrollieren | Zusätzliche Zugriffe durch Hosting, Support oder Plattformbetrieb berücksichtigen |
| Geeignet, wenn | Technischer Betrieb dauerhaft verantwortet und abgesichert werden kann | Vertraglich definierte Leistungen und externe Betriebsunterstützung gewünscht sind |
Self-Hosting schließt externe Auftragsverarbeiter nicht automatisch aus: Rechenzentrum, Wartung, Consent-Plattform, CDN, E-Mail-Versand oder weitere Integrationen können weiterhin beteiligt sein.
CONSENT-MANAGEMENT
Ein sichtbares Banner allein verhindert noch keine Datenerhebung. Entscheidend ist, welche Skripte und Requests in jedem Zustand wirklich ausgeführt werden.
Die rechtliche Entscheidung über Einwilligung oder eine mögliche Ausnahme trifft das verantwortliche Unternehmen mit seiner Datenschutzberatung. WEBFADEN setzt das beschlossene Modell technisch um und macht es prüfbar.
Nur die technisch erlaubten Ressourcen laden und keine ungewollten Trackingrequests senden.
Den vorgesehenen Matomo-Modus eindeutig aktivieren und Doppelzählungen vermeiden.
Nicht erlaubte Messung deaktiviert lassen und den Zustand bei weiteren Seitenaufrufen respektieren.
Künftiges Tracking stoppen und klären, wie vorhandene Kennungen oder Daten behandelt werden.
CMP, Tag Manager und Matomo nach Relaunches, Updates und neuen Tags gemeinsam erneut testen.
DAUERHAFTER BETRIEB
Die beschlossene Konfiguration muss auch nach technischen und fachlichen Änderungen wirksam bleiben.
Rohdaten, aggregierte Reports, Systemprotokolle und Backups mit begründeten Fristen versehen.
Auskunfts-, Export- und Löschprozesse organisatorisch festlegen und technisch ermöglichen.
Rollen, starke Anmeldung, sichere Übertragung, Updates und administrative Zugriffe kontrollieren.
Neue Events, Plugins, Formulare, Kampagnenparameter und Integrationen vor Freigabe prüfen.
Löschfristen dürfen nicht nur in einer Richtlinie stehen. Sie müssen in Matomo, angeschlossenen Systemen und Sicherungsprozessen tatsächlich umgesetzt werden.
ZUSAMMENARBEIT
Ein tragfähiges Setup entsteht im Zusammenspiel von Verantwortlichen, Datenschutz und technischer Umsetzung.
Definieren Zwecke, Rechtsgrundlagen, Informationspflichten, Aufbewahrung, Risiken und zulässige Trackingzustände.
Analysiert den technischen Datenfluss, setzt beschlossene Anforderungen in Matomo, CMP und Tag Manager um und dokumentiert die prüfbaren Zustände.
Sichern Infrastruktur, Updates, Protokollierung, Backups, Berechtigungen und geregelte administrative Zugriffe ab.
Begründen Messziele, verwenden freigegebene Datenfelder und melden neue Anforderungen vor ihrer technischen Umsetzung.
TECHNISCHE LEISTUNG
Wir geben kein pauschales Rechtsversprechen. Wir übersetzen freigegebene Datenschutzanforderungen in nachvollziehbare Technik.
Tracker, Tag Manager, CMP, Plugins, Requests, Datenfelder, Schnittstellen und beteiligte Systeme technisch erfassen.
Datenminimierung, Consent-Steuerung, Rollen, Aufbewahrung und ausgewählte Datenschutzfunktionen konfigurieren.
Messung vor und nach Zustimmung, bei Ablehnung, nach Widerruf sowie in relevanten Seitentypen testen.
Technische Entscheidungen, geprüfte Zustände, offene Punkte und Verantwortlichkeiten nachvollziehbar festhalten.
Updates, Archiving, Löschroutinen, Monitoring und Berechtigungen in einen wartbaren Prozess überführen.
Nach Relaunches, CMP-Anpassungen, neuen Tags oder Integrationen die relevanten Datenflüsse erneut testen.
TYPISCHE SITUATIONEN
Die Beispiele beschreiben wiederkehrende Problemklassen und keine identifizierbaren Kundenprojekte.
Die CMP zeigt Auswahlmöglichkeiten, doch niemand hat geprüft, welche Requests vor Zustimmung oder nach Ablehnung ausgelöst werden.
Ziel: jeden Consent-Zustand technisch nachvollziehbar machen.
Plugins, Benutzerkonten, Dimensionen und Datenbestände wurden erweitert, ohne das ursprüngliche Datenschutzkonzept fortzuschreiben.
Ziel: Datenumfang, Zugriffe und Fristen wieder an den tatsächlichen Bedarf anpassen.
Neue Website, neue CMP oder ein anderes Hosting verändern Datenflüsse, Verantwortlichkeiten und die technische Messung.
Ziel: den neuen Zustand vor dem Start vollständig prüfen.
HÄUFIGE FRAGEN
Nein. Matomo stellt viele Datenschutzfunktionen bereit und erlaubt insbesondere beim Self-Hosting eine weitreichende Kontrolle. Entscheidend bleiben aber Zweck, Rechtsgrundlage, Datenumfang, tatsächliche Konfiguration, Informationspflichten, beteiligte Dienstleister und laufender Betrieb.
Das lässt sich nicht allein am Produktnamen entscheiden. Zu prüfen sind sowohl mögliche Zugriffe auf das Endgerät nach § 25 TDDDG als auch die Verarbeitung personenbezogener Daten nach DSGVO. Die Bewertung hängt vom konkreten Verfahren und der aktuellen Rechtslage ab.
Nein. Ohne Cookies kann ein relevanter Zugriff auf das Endgerät oder eine Verarbeitung personenbezogener Daten weiterhin stattfinden. Entscheidend ist der gesamte technische Datenfluss, nicht nur das Vorhandensein eines bestimmten Cookies.
Nein. IP-Verarbeitung ist nur ein Prüffeld. Auch URLs, Suchbegriffe, User IDs, Custom Dimensions, Formulare, Session Recordings, Schnittstellen und Serverprotokolle können personenbezogene Daten enthalten.
Self-Hosting ermöglicht mehr Kontrolle und kann externe Datenflüsse reduzieren. Es bringt aber Verantwortung für Sicherheit, Updates, Backups, Rollen, Löschung und Verfügbarkeit mit sich. Außerdem können weiterhin Hosting- und weitere Dienstleister beteiligt sein.
Nein. WEBFADEN analysiert und gestaltet die technische Umsetzung. Rechtsgrundlagen, Informationspflichten und die abschließende rechtliche Bewertung werden vom verantwortlichen Unternehmen mit seiner Datenschutzberatung festgelegt.
PRIMÄRQUELLEN
Die folgenden Quellen beschreiben den Rechtsrahmen und die technischen Möglichkeiten. Sie ersetzen keine Bewertung des konkreten Einsatzfalls.
Geprüfter Stand dieser Seite: 16. September 2026.
Grundsätze, Rechtsgrundlagen, Informationspflichten, Datenschutz durch Technikgestaltung, Auftragsverarbeitung und Sicherheit.
Vorgaben für das Speichern von Informationen in Endeinrichtungen und den Zugriff auf bereits gespeicherte Informationen.
Offizielle Dokumentation zu IP-Verarbeitung, Datenminimierung, Löschung, Opt-out, Consent und weiteren Einstellungen.
Übersicht typischer Trackingfelder und Hinweise auf Felder, die personenbezogene Inhalte enthalten können.
NÄCHSTER SCHRITT
Hosting, Tracking, Consent und Betrieb von Beginn an gemeinsam planen.
Installation ansehen →Datenflüsse, Trackingzustände und technische Schwachstellen systematisch untersuchen.
Support und Audit ansehen →Geschäftsfragen, erforderliche Daten und verständliche Reports zusammenführen.
Webanalyse mit Matomo →Datenhoheit, Funktionen, Integrationen und Betriebsaufwand gegenüberstellen.
Alternative zu Google Analytics →KONTAKT
Antwort in der Regel innerhalb eines Werktags.